Die karibische Küche ist die vielfältigste Fusionsküche der Welt. Jede Insel hat ihre eigenen Spezialitäten, geformt von indigenen, afrikanischen, europäischen, indischen und chinesischen Einflüssen — und die Unterschiede zwischen zwei Inseln in Sichtweite können größer sein als zwischen zwei europäischen Ländern.
Jamaika
Jerk — Huhn oder Schwein, langsam über Pimentholz geräuchert, mit Scotch-Bonnet-Schote und Nelkenpfeffer. Ackee mit Salzfisch ist das Nationalgericht. Dazu Beef Patties, Curry-Ziege, und zum Hinunterspülen ein Red Stripe oder ein Wray-&-Nephew-Rum.
Kuba
Ropa vieja, zerfasertes Rind in Tomatensauce; lechón asado, das ganze Spanferkel; moros y cristianos, schwarze Bohnen mit Reis; tostones, zweifach frittierte Kochbanane; und der café cubano. Bei den Cocktails: Mojito, Daiquiri, Cuba Libre.
Puerto Rico
Mofongo, gestampfte Kochbanane mit Knoblauch und Schwein; arroz con gandules, Reis mit Straucherbsen; pernil, langsam gebratene Schweineschulter; alcapurrias. Zu Weihnachten Coquito, der Kokos-Rum-Punsch.
Dominikanische Republik
La bandera — Reis, Bohnen, Fleisch — ist das tägliche Mittagessen und heißt „die Flagge“, weil die Farben stimmen. Dazu sancocho, ein Eintopf aus sieben Fleischsorten, mangú als Frühstück aus gestampfter Kochbanane, pollo guisado und der Chimichurri-Burger von den Straßenständen.
Haiti
Diri ak djon-djon, Reis mit schwarzen Pilzen, der ihn tiefgrau färbt; griot, zweifach gegartes Schwein; pikliz, scharfes Krautrelish, das zu allem gereicht wird; der Gemüseeintopf legim und getrocknetes tassot.
Trinidad und Tobago
Doubles — Curry-Kichererbsen in frittiertem Brot — sind das morgendliche Straßenritual. Dazu bake and shark, Callaloo-Suppe, pelau, Roti und Curry-Krabbe. Zur Karnevalszeit steht an jeder Ecke etwas anderes.
Barbados
Cou-cou mit fliegendem Fisch ist das Nationalgericht, Makkaronikuchen die Beilage zu allem, pudding and souse die Samstagstradition. Fischküchlein mit scharfer Sauce als Zwischendurch. Mount Gay ist die älteste Rumbrennerei der Welt.
Bahamas
Conch in jeder Form — als Krapfen, als Salat, geklopft und frittiert. Dazu peas and rice, gebratener Schnapper und Johnny Cake. Getrunken wird Goombay-Punsch oder Kalik-Bier.
Französische Karibik (Guadeloupe, Martinique, St-Martin, St-Barth)
Accras de morue, Salzfischkrapfen; boudin créole; colombo de poulet, ein Curry indischer Herkunft; poisson grillé vom Grill am Strand. Und der ti-punch aus Rhum agricole, Limette und Zucker, der vor dem Essen getrunken wird, nicht danach.
Niederländische Karibik (Curaçao, Aruba, Bonaire, Sint Maarten)
Keshi yena, ein in Käse gebackener Eintopf, entstanden aus den ausgehöhlten Edamer-Rinden der Kolonialzeit; stoba, Fleischeintopf; pastechi, gefüllte Teigtaschen; funchi aus Maismehl; Karni-Stoba mit Ziege. Dazu der echte Curaçao-Likör.
Östliche Karibik (St. Lucia, Dominica, Grenada, St. Vincent)
Roti und Callaloo-Suppe überall; oildown, Grenadas Nationalgericht aus Brotfrucht mit Salzfleisch in Kokosmilch; und Muskatnusseis, das es nur dort gibt, wo die Muskatnuss wächst.
Kaimaninseln, Turks- und Caicosinseln
Conch-Chowder, streng regulierter Schildkröteneintopf, heavy cake als Süßspeise aus Süßkartoffel, und Caybrew als örtliches Bier.
Anguilla, St. Barth, St. Martin
Das Gourmetzentrum der Karibik. Französische Bistros neben karibischen Imbissbuden, asiatische Fusion an der Maho Bay, italienisch an der Shoal Bay. Hier isst man am besten und zahlt am meisten.
Rum
Jede Insel brennt ihren eigenen. Zum Probieren: Havana Club aus Kuba, Appleton aus Jamaika, Mount Gay aus Barbados, Brugal aus der Dominikanischen Republik, Bacardi aus Puerto Rico, Clément agricole aus Martinique, Diplomático aus Venezuela. Beginnen Sie mit Sipping-Rums ab zwölf Jahren, bevor Sie zu den Mischungen greifen.
Früchte
Mindestens einmal probieren: Mango, Stachelannone (guanábana), Guave, Sapodilla, Ambarella, Sternapfel (caimito), Brotfrucht, Ackee, Passionsfrucht und Mamey-Sapote.
Getränke
Sorrel aus Hibiskus zu Weihnachten, Mauby aus Baumrinde in Trinidad, Sea Moss als Kraftgetränk, Kokoswasser direkt aus der Nuss und Zuckerrohrsaft mit Limette vom Straßenstand.